Ergotherapie Ausbildung und Studium in Deutschland
Wer Ergotherapeutin oder Ergotherapeut werden will, hat zwei Wege: die dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule oder ein Studium der Ergotherapie. Dieses Verzeichnis führt die Schulen und Hochschulen in Deutschland nach Bundesland und Stadt auf – mit Anschrift, Kontakt und Angebot.
Ergotherapieschulen nach Bundesland
- Baden-Württemberg 9
- Bayern 19
- Berlin 5
- Brandenburg 1
- Bremen 1
- Hamburg 3
- Hessen 3
- Mecklenburg-Vorpommern 1
- Niedersachsen 8
- NRW 10
- Rheinland-Pfalz 1
- Saarland 0
- Sachsen 3
- Sachsen-Anhalt 0
- Schleswig-Holstein 2
- Thüringen 1
Schulen und Hochschulen im Überblick
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Das Berufsbild Ergotherapie
Die Arbeit mit kranken und behinderten Menschen aller Altersgruppen in verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens gehören zum zentralen Aufgabenfeld eines Ergotherapeuten. Ziel dabei ist es, den Patienten ein größtmögliches selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Ergotherapeuten arbeiten mit Handlungen aus dem täglichen Leben und setzen handwerkliche und gestalterische Techniken ein. Behandelt wird auf ärztliche Verordnung, bei körperlichen wie bei psychischen Beeinträchtigungen.
Bei der Ergotherapie handelt es sich um eine aktive Behandlungsmethode. Die Eigeninitiative und Kooperation des Patienten ist erwünscht und wird gezielt gefördert. Je nach Alter und Beeinträchtigung kommen Übungen und Bewegungsanleitungen zum Einsatz, die auf Wahrnehmung, Motorik und Sensorik zielen. Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten.
Anhand eines Befundes erstellt ein Ergotherapeut den Behandlungsplan für den Patienten, führt die Therapie durch und dokumentiert die Ergebnisse. Ergotherapie gehört zu den Heilmitteln, die ärztlich verordnet werden können, und wird unter anderem in der Rehabilitation eingesetzt.
Persönliche Voraussetzungen für den Beruf des Ergotherapeuten
Ergotherapeuten müssen in ihrem Berufsalltag kraftvoll zupacken können, wobei eine stabile körperliche Konstitution und ein gewisser Fitnesslevel hilfreich sein können. Ein aufgeschlossener, flexibler und belastbarer Charakter, der gerne mit Menschen unter sozialen, pädagogischen und psychologischen Aspekten umgeht, ist ideal für diesen Beruf. Die Bereitschaft, sich medizinische Grundkenntnisse anzueignen, ist Voraussetzung.
Da die Behandlungen teilweise sehr langwierig sein können, ist Geduld angebracht. Außerdem benötigen Ergotherapeuten Empathie, um sich immer wieder neu auf ihre Patienten und deren Bedürfnisse einstellen zu können. Da Behandlungspläne regelmäßig und individuell erstellt werden müssen, ist Organisationstalent von Vorteil, gerade, wenn viele Patienten koordiniert werden sollen.
Dauer der Ausbildung als Ergotherapeut
Die Berufsausbildung zum Ergotherapeuten ist auf drei Jahre angelegt. Sie erfolgt an Berufsschulen in staatlicher oder privater Trägerschaft. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) sieht insgesamt 4.400 Stunden vor: 2.700 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht und 1.700 Stunden praktische Ausbildung. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung der Verordnung.
Da die Ergotherapeutenausbildung staatlich geregelt ist, müssen sich alle Schulen an die in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung geregelten Inhalte und den Studienumfang halten. Einige Bundesländer haben zudem fest verbindliche Curricula im Gebrauch, die Studieninhalte mit den in der Ausbildung zu erwerbenden Kompetenzen und den Lernzielen verknüpfen.
Fächer in der Ausbildung als Ergotherapeut
Die theoretische Ausbildung als Ergotherapeut umfasst medizinische, sozialwissenschaftliche, fachspezifische und handwerklich-gestalterische Fächer.
Innerhalb der medizinischen Ausbildung lernen angehende Ergotherapeuten Biologie, Anatomie und Physiologie, das Fach Gesundheitslehre, Arbeitsmedizin sowie Allgemeine und spezielle Krankheitslehre.
Den sozialwissenschaftlichen Inhalten widmen sich Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Sonderpädagogik. Fachspezifische Ausbildungsinhalte werden vermittelt in Berufs-, Staats- und Gesetzeskunde, Bewegungserziehung, Spiel und musischer Gestaltung, Hilfen zur Bewältigung von Verrichtungen des täglichen Lebens, Sprache und Schrifttum, Einführung in die Arbeitswelt, Grundlagen der Arbeitstherapie.
Die Vermittlung von handwerklich-gestalterischen Techniken übernehmen Fächer wie Planung von Arbeitsvorgängen, Bildnerisches Gestalten, Technisches Zeichnen und Lesen von Werkplänen, Arbeiten mit Holz, Metall, Ton, Pappe und Papier, Leder, Kunststoff und textilem Material. Während der praktischen Ausbildung in Institutionen der medizinischen, sozialen und beruflichen Rehabilitation wird das Gelernte auf den Gebieten der Pädiatrie, der Neurologie, der Orthopädie, der Psychiatrie, der Geriatrie sowie der Arbeitstherapie praktisch angewendet.
So sind Auszubildende breit aufgestellt und in vielen verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Ergotherapie einsetzbar.
Am Ende der Berufsausbildung steht die Abschlussprüfung. Nach erfolgreichem Bestehen erhalten Absolventen die staatliche Anerkennung und die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Ergotherapeut/in“.
Das Studium der Ergotherapie
Seit einiger Zeit ist es auch möglich, den Beruf des Ergotherapeuten im dualen, das heißt im ausbildungsintegrierten Studium, zu erlernen. Voraussetzung hierfür ist mindestens die Fachhochschulreife oder ein vom jeweiligen Kultusministerium oder Schulamt als gleichwertig anerkannter Abschluss.
Auch die Hochschulen haben unterschiedliche, interne Auswahlverfahren und Zulassungsvoraussetzungen, die von einem bestimmten Notendurchschnitt bis hin zu absolvierten Praktika reichen können. Im Rahmen der fachschulischen Ausbildung bieten verschiedene Institute das duale Studium an. Neben den Kernzeiten an der Berufsfachschule werden dann weitere Seminare an der Hochschule besucht.
Der Studiengang beinhaltet Wahlpflichtfächer wie Forschung, Mentoring, Management oder Psychomotorik.
Nach Abschluss der Ausbildung darf dann die staatlich anerkannte Berufsbezeichnung „Ergotherapeut/in“ geführt werden, im Anschluss werden an der Hochschule die Vorlesungen und Seminare absolviert, die zum Bachelorabschluss als grundständigem, akademischen Grad führen. Weiterhin ist es möglich, Ergotherapie als grundständigen Studiengang an einer Hochschule zu studieren.
Für wen eignet sich ein Studium der Ergotherapie?
Bereits ausgebildete Ergotherapeuten haben die Möglichkeit, sich durch ein Studium für leitende Tätigkeiten im Gesundheitswesen und Gesundheitsmanagement zu qualifizieren. Das Studium vertieft fachspezifische Kompetenzen, auch Zugang zur Forschung ist durch ein Studium möglich.> Ein Studium eignet sich für alle, die intensivere Kenntnisse über Prävention, Beratung, Gesundheitsförderung und neueste Diagnostik- und Therapiemethoden erwerben möchten.
Ein Studium der Ergotherapie öffnet neben der therapeutischen Tätigkeit Wege in Lehre, Forschung und Leitung. Ein Bachelorabschluss ist zudem die Voraussetzung für ein weiterführendes Masterstudium. Berufliche Einsatzmöglichkeiten bestehen im therapeutischen Einsatz am Patienten in stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen sowie in weiteren Bereichen des Gesundheitswesens. Angestelltenverhältnisse sind ebenso üblich wie freiberufliche Tätigkeit.
Kann man Ergotherapie auch als Teilzeitstudium absolvieren?
Nach abgeschlossener Berufsausbildung als Ergotherapeut und mehrjähriger Berufserfahrung kann ein so genanntes additives Studium sinnvoll sein. Dieses Studium wird berufsbegleitend in Teilzeit absolviert und steht unter Umständen auch Personen ohne Fachabitur oder Allgemeine Hochschulreife offen.
Die Anbieter sind meist private Institute. In der Regel müssen Präsenzblöcke an einer Hochschule absolviert werden. Das Studium der Ergotherapie ist auch als Fernstudium möglich. Ein Teilzeitstudium kann bis zu fünf Jahren dauern.
Gibt es die Möglichkeit eines Aufbaustudiums?
Ergotherapie wird auch als Masterstudiengang angeboten. Zugangsvoraussetzung ist hierfür ein abgeschlossenes Bachelorstudium. Wer sein Fachwissen weiter ausbauen möchte und wissenschaftlich arbeiten möchte, findet hier das richtige Umfeld.
Ein Masterstudium, das Voraussetzung für eine spätere Promotion ist, erfordert eine hohe Bereitschaft, sich mit theoretischen Inhalten und praktischer Forschung auseinanderzusetzen. Die Regelstudienzeit für ein Masterstudium beträgt ein bis zwei Jahre. Während der Bachelor allgemein qualifiziert, werden im Masterstudiengang intensive Schwerpunkte gesetzt.
Auch Wahlpflichtmodule wie Interkulturalität oder Marketing erlauben es, individuelle Akzente zu setzen. Masterabsolventen können in wissenschaftlichen und forschenden Einrichtungen sowie in der Lehre und Weiterbildung tätig sein.
Sie kommen ebenfalls für Führungsaufgaben in Therapieabteilungen von Kliniken, Krankenhäusern oder Rehabilitationseinrichtungen infrage.